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Menschen sehen

Psychiatrische Behandlung

Im Rahmen unserer psychiatrischen Sprechstunde gehen wir in einem klärenden Beratungsgespräch Ihren vorhandenen Symptomen und Problemen auf den Grund. Gegebenenfalls sind im Anschluss noch weitere Untersuchungen nötig. Wir decken das gesamte Spektrum der Psychiatrie ab und bieten Ihnen eine hochqualifizierte und individuell abgestimmte psychiatrisch-fachärztliche Behandlung nach dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft.

Für einen ganzheitlichen Behandlungsansatz arbeiten wir eng mit anderen Fachärzten und Psychotherapeuten in unserem CoMedicum sowie mit Kliniken zusammen.

Basierend auf der Diagnose erstellen wir Ihren individuellen Therapieplan – immer unter der Berücksichtigung Ihrer aktuellen Lebensumstände, krankheitsauslösenden Faktoren, vorhandenen Ressourcen und Ihren Zielen. Je nach Bedarf wägen wir mit Ihnen gemeinsam ab, welche Therapieoption für Sie in Frage kommt:

  • unterstützender Gesprächskontakt in der akuten Krise
  • medikamentöse Einstellung
  • ambulante Psychotherapie
  • teilstationäre oder stationäre Therapie

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Niedergeschlagen, antriebs- und interessenlos: Jeder von uns hat schon einmal Tage erlebt, an denen er sich so gefühlt hat. Die Welt ist dann einfach trist und grau. Treten diese Symptome ohne akute Belastungssituationen und über längere Zeit auf, kann es sich um eine Depression handeln. Betroffene schaffen es oft nicht mehr, alltägliche Dinge zu erledigen, weil alles sinnlos erscheint.

Kleinere Stimmungsschwankungen im Alltag sind ganz normal. Menschen mit einer Bipolaren Erkrankung kämpfen dagegen mit extremen Emotionen: Sie durchleben depressive Phasen mit tiefsten Stimmungslöchern und manische Phasen mit euphorischer oder ungewöhnlich gereizter Stimmung mit deutlich gesteigertem Antrieb.

Niemand von uns ist frei von Angst. Und das ist auch gut so: Ängste retten uns immer wieder das Leben und führen uns sicher durch Gefahrensituationen. Wenn die Furcht aber übermächtig wird, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Eine unbehandelte Angststörung kann sich sonst verselbstständigen: Es kommt zur „Angst vor der Angst"; man meidet zunehmend Orte und Situationen, die die Angst auslösen können. Die Folge: Betroffene ziehen sich immer mehr aus dem Leben zurück, und es entstehen oft massive Probleme in Partnerschaft, Familien- und Berufsleben.

Wer hat sich nicht schon einmal nach dem Verlassen der Wohnung gefragt, ob er die Herdplatte oder das Licht ausgemacht hat und hat dann wie unter Zwang nochmal nachgeschaut? Solche Zwänge kennt praktisch jeder. Bei einer echten Zwangsstörung schränken die Zwangsgedanken und -handlungen jedoch den gesamten Alltag der Betroffenen ein. Geben sie dem Zwang nicht nach, steigert sich die Anspannung ins Unerträgliche. Sie können sich nicht dagegen wehren, auch wenn sie einsehen, dass der Zwang unsinnig ist.

Unser Leben ist stetig im Wandel. Wir sind deshalb immer wieder gefragt, uns neu zu orientieren und uns an eine neue Lebenssituation anzupassen. Wenn das nach einem stark einschneidenden Erlebnis, beispielsweise dem Verlust einer nahestehenden Person, einem Unfall oder einer Trennung nicht mehr gelingt, spricht man von einer Anpassungs- oder Belastungsstörung. Depression, starke Ängste und Lustlosigkeit können die Folge sein. Die Betroffenen haben dann das Gefühl, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen können.

Somatoforme Erkrankungen beschreiben langanhaltende körperliche Beschwerden, für die es auch nach gründlicher Untersuchung eines Arztes keine klare medizinische Ursache gibt. Heute ist man sich einig, dass anhaltende psychosomatische Beschwerden nicht ausschließlich ungelöste innerpsychische Konflikte darstellen, sondern dass es eine Wechselwirkung mit einer körperlichen Veranlagung gibt. Hierzu zählen Schmerzen in verschiedenen Körperteilen, Schwindel oder auch Herz- und Verdauungsbeschwerden.

Essen kann Genuss und Sinnlichkeit sein. Oder – bei einer Essstörung – genau das Gegenteil: Die Seele droht zu ‚verhungern‘, obwohl sich alle Gedanken nur noch ums Essen drehen. Das Selbstbild ist verzerrt, und Betroffene versuchen, einen inneren Druck über das Essverhalten zu regulieren. Dazu zählen u.a. Adipositas, Magersucht (Anorexia nervosa), Heißhungerattacken ohne selbst herbeigeführtes Erbrechen (Binge-Eating) und Bulimie (Bulimia nervosa), die nicht nur die Seele, sondern auf Dauer auch den Körper schädigen.

Eine Persönlichkeitsstörung ist ein tief verwurzeltes Verhaltensmuster, das sich in starren Reaktionen auf verschiedene Lebenslagen äußert, zwischenmenschliche Beziehungen deutlich belastet und die Lebensqualität des Betroffenen massiv beeinträchtigt. Man unterscheidet verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen, zum Beispiel paranoide, schizoide oder emotional instabile Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Typus), die sich durch unterschiedliche Verhaltensmuster – von impulsiv über furchtsam bis hin zu exzentrisch – äußern.

Unter Psychosen werden eine Reihe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen Betroffene den Bezug zur Realität verlieren und diese verzerrt wahrnehmen. Typischerweise leiden sie an Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder schwerwiegenden Denkstörungen, die häufig von starken Ängsten begleitet werden. So hören Betroffen beispielsweise Stimmen und fühlen sich bedroht oder verfolgt.

Wenn sich das Leben zunehmend um ein bestimmtes Suchtmittel oder eine bestimmte Verhaltensweise dreht und ohne diese immer weniger funktioniert, rutschen Betroffene häufig in die Abhängigkeit. Sie vernachlässigen zunehmend andere Interessen und können ihre Handlungen nicht mehr bewusst kontrollieren. Dazu kommen häufig Entzugserscheinungen, die sich nicht nur körperlich äußern müssen – ohne Suchtmittel kann auch die Psyche aus dem Gleichgewicht geraten.

Gerontopsychiatrische Erkrankungen sind psychische Erkrankungen bei älteren Menschen ab ca. 60 Jahren. Besonders häufig treten Demenz, Verwirrtheit oder Depression auf: Betroffene werden vergesslich, übertrieben misstrauisch und aggressiv oder stattdessen niedergeschlagen und antriebslos.

Unsere Psychiaterin

Dr. med. Iris Lemke

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, MVZ-Gesamtleitung, Ärztliche Leitung

Nach ihrem Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und der LMU München promovierte Dr. Iris Lemke im Jahr 1996. Im Rahmen ihrer Facharztausbildung war sie als Assistenzärztin in der Neurologischen Klinik Bad Aibling sowie in der Psychiatrischen Klinik Agatharied der Lech-Mangfall-Kliniken tätig. 2003 erwarb sie den Facharzt für Neurologie, 2009 erhielt sie die Facharztanerkennung für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Ausbildung für ihr psychotherapeutisches Erstverfahren, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, schloss Dr. Iris Lemke im Ärztlich-Psychologischen Weiterbildungskreis München (ÄPK) ab. Die kognitive Verhaltenstherapie als psychotherapeutisches Zweitverfahren absolvierte sie im Centrum für integrative Psychotherapie (CIP) in München. Zusätzlich machte sie dort sowie in der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Psychotherapie München (AWP) eine Ausbildung in Dialektisch-Behavioraler Therapie (DBT). Seit der Eröffnung 2011 arbeitet Dr. Iris Lemke im CoMedicum Rotkreuzplatz.